
Vom Freundinnenteam in die Play-offs: Ring Pass schreibt weiter Geschichte
Nach dem Sieg gegen Were Di wartet nun die ultimative Herausforderung gegen HDM. Als die Interviews mit den Spielerinnen Lise Bom, Guusje Vixseboxse und Cheftrainer Eelko van Roon geführt wurden, lebte der Traum von den Play-offs bei Ring Pass noch voll auf. Das Team aus Delft wusste, dass alles möglich war, aber auch, dass noch eine wichtige Hürde genommen werden musste. Inzwischen ist dieser letzte Schritt getan. Durch den Sieg gegen den Konkurrenten Were Di im entscheidenden Spiel sicherte sich Ring Pass einen Platz in den Play-offs für den Aufstieg in die Hoofdklasse.
Als Ausstatter von Ring Pass verfolgt The Indian Maharadja die Leistungen des Delfter Hockeyclubs schon seit Jahren aus nächster Nähe. In dieser Saison fällt dabei etwas Besonderes auf: Nicht nur landeten mehrere von The Indian Maharadja ausgestattete Clubs in der Spitzengruppe der Promotieklasse, auch Victoria, Nijmegen und Ring Pass haben sich zu entscheidenden Akteuren im Aufstiegsrennen entwickelt. Victoria sicherte sich die Meisterschaft, Nijmegen qualifizierte sich für die Play-offs und auch Ring Pass darf weiterhin von einem historischen Sprung in die höchste niederländische Spielklasse träumen.
Für Ring Pass fühlt sich das wie die Krönung eines jahrelangen Prozesses an. Während sich viele Topteams regelmäßig in ihrer Zusammensetzung verändern, besteht der Kern dieser Mannschaft schon seit Jahren aus Spielerinnen, die gemeinsam im Verein groß geworden sind. Sie selbst sprechen oft von einem „Freundinnenteam“. Dieser enge Zusammenhalt bildete die Basis für eine außergewöhnliche Reise, die in der Overgangsklasse begann und über mehrere Aufstiege schließlich an die Spitze der Promotieklasse führte. Nun steht die bisher größte Herausforderung bevor: ein Play-off-Duell gegen den Hoofdklasse-Club und Lokalrivalen HDM aus Den Haag.
Ein Familienverein durch und durch
Wer an einem Spieltag bei Ring Pass am Spielfeldrand steht, merkt sofort, dass es hier um mehr als nur Hockey geht. Eltern, Freunde, Jugendspieler und Vereinsmitglieder fiebern intensiv mit der ersten Damenmannschaft mit. Das Engagement innerhalb des Vereins ist groß, und genau das macht Ring Pass laut den Spielerinnen so besonders.
„Es fühlt sich wirklich wie ein Familienverein an“, erzählt Lise Bom. „Jeder fiebert mit und neue Spielerinnen werden sofort in die Gruppe aufgenommen. Niemand wird ausgegrenzt.“
Auch Guusje Vixseboxse kennt dieses Gefühl. Als sie zum Team stieß, hatte sie den Eindruck, dass die Spielerinnen nicht nur Freundinnen, sondern fast wie Schwestern füreinander waren. Inzwischen merkt sie, dass sie selbst diese Rolle für jüngere Spielerinnen, die neu in den Kader kommen, einnehmen kann.
Diese Kultur des Engagements und Vertrauens sorgt dafür, dass Geselligkeit und Leistung Hand in Hand gehen. Außerhalb des Platzes verbringen die Spielerinnen viel Zeit miteinander, während sie auf dem Feld genau wissen, was sie aneinander haben. Laut den Spielerinnen ist dies einer der wichtigsten Gründe, warum Ring Pass seit Jahren als Kollektiv weiter wächst.
Gemeinsam groß geworden
Die aktuellen Erfolge sind nicht von heute auf morgen entstanden. Ring Pass durchlebte vor einigen Jahren eine schwierige Phase, in der ein Großteil der erfahrenen Spielerinnen den Verein verließ. Aus der eigenen Jugendabteilung wurde daraufhin eine neue Generation aufgebaut.
Viele Spielerinnen des aktuellen Kaders haben gemeinsam die gesamte Jugendausbildung von Ring Pass durchlaufen. Dadurch verfügen sie über eine natürliche Chemie, die auf dem Spielfeld deutlich sichtbar ist.
Laut Cheftrainer Eelko van Roon ist diese Vereinskultur eines der wichtigsten Fundamente für den Erfolg.
„Ein großer Teil der Gruppe besteht aus echten Ring-Pass-Spielerinnen, die hier ausgebildet wurden. Das schafft eine starke Basis. Darauf aufbauend kann man gezielt Verstärkungen hinzufügen, die nicht nur technisch, sondern auch taktisch auf hohem Niveau sind.“
Was Van Roon vielleicht am bemerkenswertesten findet, ist, dass Ring Pass dabei immer authentisch geblieben ist. Der Club arbeitet nicht mit bezahlten Spielerinnen und erwartet stattdessen, dass die Spielerinnen sich aktiv im Verein einbringen. Viele trainieren Jugendmannschaften oder helfen bei Vereinsaktivitäten mit.
„Das sorgt für einen starken Teamgeist“, so der Trainer. „Wir sind ein ganz normaler Verein geblieben, und darauf können wir stolz sein.“
Von der Overgangsklasse zum Play-off-Kandidaten
Die Reise begann in der Overgangsklasse, wo sich Ring Pass Schritt für Schritt nach oben arbeitete. Nach der Wintermeisterschaft folgte schließlich der Aufstieg in die Promotieklasse. Dort überraschte das Team auf Anhieb Freunde wie Gegner.
In den ersten beiden Spielzeiten belegte Ring Pass jeweils den vierten Platz. Starke Leistungen, aber jedes Mal knapp nicht genug für die Play-offs. Dennoch sorgten diese Jahre für Selbstvertrauen. Es bewies, dass das Team nicht zufällig oben mitspielte, sondern tatsächlich zu den besten Mannschaften der Liga gehörte.
In dieser Saison folgte der nächste Schritt.
Unter der Leitung von Van Roon entwickelte sich die Mannschaft weiter. Taktisch wurde das Team stärker, flexibler und besser in der Lage, verschiedene Spielpläne umzusetzen.
„Die Spielerinnen können verschiedene Spielpläne umsetzen und während der Spiele immer besser umschalten. Daran haben wir in den letzten Jahren hart gearbeitet.“
Diese Entwicklung führte schließlich zu einem Platz unter den besten Teams der Liga und, was noch wichtiger ist, zum Erreichen der Play-offs. Indem sie Were Di im entscheidenden Spiel hinter sich ließen, erhielt Ring Pass endlich die Belohnung, der das Team in den letzten Jahren so nahe gekommen war.
Die Stärke des Kollektivs
Was das Geheimnis der Mannschaft ist? Laut den Spielerinnen liegt die Antwort nicht nur in der Qualität, sondern vor allem im gegenseitigen Zusammenhalt.
Der Kern spielt schon seit Jahren zusammen. Dadurch finden sich die Spielerinnen blind. Zudem herrscht großes Vertrauen innerhalb der Gruppe und man arbeitet füreinander.
"Wir gehen die Extrameile füreinander", sagt Bom.
Vixseboxse bezeichnet die soziale Komponente des Teams sogar als eine Art Klebstoff.
"Solange dieser Zusammenhalt besteht, werden wir weiterhin gute Leistungen bringen."
Van Roon vergleicht sein Team mit dem Roten Panda, dem adoptierten Mannschaftssymbol der Auswahl.
"Wir kämpfen um jeden Meter. Das ist etwas, wofür uns unsere Gegner kennen."
Diese Kombination aus Qualität, Vertrauen und Spaß sorgt dafür, dass Ring Pass seit mehreren Jahren über den Erwartungen spielt. Gleichzeitig gibt es immer noch Raum für Wachstum. Laut Bom kann sich das Team technisch noch weiterentwickeln, während das physische und taktische Fundament bereits fest steht. Genau dieser ständige Drang, besser zu werden, hat die Gruppe dorthin gebracht, wo sie heute steht.
Vom Traum zur Wirklichkeit
Während der Interviews wurde das Erreichen der Play-offs noch als ein Ziel bezeichnet, das in greifbarer Nähe lag. Inzwischen ist diese Mission geglückt. Ring Pass gewann das alles entscheidende Spiel gegen Were Di und sicherte sich damit einen Platz in den Aufstiegsspielen.
Dadurch erhält die Geschichte dieser Mannschaft ein weiteres Kapitel. Ein Team, das vor wenigen Jahren noch in der Overgangsklasse kämpfte, bestreitet nun Spiele, in denen es um den Aufstieg in die Hoofdklasse geht.
"Vor drei Jahren hätten wir das nie zu träumen gewagt", erzählte Bom während des Interviews.
Auch Vixseboxse spürte damals schon, wie besonders die Situation war.
"Zweimal hintereinander wurden wir Vierter. Deshalb fühlte sich das sehr weit weg an. Jetzt merkt man, dass es wirklich möglich ist."
Diese Worte erhalten inzwischen noch mehr Bedeutung, da die Play-offs nun tatsächlich Realität sind.
Nichts zu verlieren, alles zu gewinnen
Mit dem Erreichen der Play-offs hat Ring Pass sein ursprüngliches Ziel bereits erreicht. Was nun folgt, fühlt sich für viele im Verein wie ein Bonus an. Im Kampf um den Aufstieg wartet nun HDM, ein etablierter Name aus der Hoofdklasse und zudem ein Lokalrivale aus Den Haag.
Auf dem Papier ist Ring Pass der Außenseiter. Das wissen Spielerinnen und Stab nur zu gut. Gleichzeitig ist es genau diese Rolle, in der sich das Team in den letzten Jahren wohlgefühlt hat. Auch in der Promotieklasse wurden die Delfter Hockeyfrauen regelmäßig unterschätzt. Jahr für Jahr bewiesen sie, dass sie zu den besten Teams der Liga gehören.
Wie auch immer das Duell mit HDM ausgeht, Ring Pass hat bereits ein besonderes Kapitel in der Vereinsgeschichte geschrieben. Ein Kapitel, das auf Freundschaft, Vertrauen, Spaß und jahrelangem gemeinsamen Wachstum basiert.
Update
Die Interviews für diesen Artikel wurden kurz vor dem Ende der regulären Saison geführt. Zu diesem Zeitpunkt kämpfte Ring Pass noch voll um einen Platz in den Play-offs für den Aufstieg in die Hoofdklasse. Inzwischen ist diese Mission geglückt. Durch den Sieg gegen den Konkurrenten Were Di im entscheidenden Spiel sicherte sich das Team aus Delft einen Platz in der Aufstiegsrelegation.
In den Play-offs wartete anschließend eine besondere Herausforderung gegen den Lokalrivalen und Hoofdklasse-Club HDM aus Den Haag. In zwei nervenaufreibenden Spielen zeigte Ring Pass, warum das Team zur Spitze der Promotieklasse zählt. Letztendlich fehlte der Mannschaft jedoch das Quäntchen Glück, um den großen Traum vom Aufstieg in die Hoofdklasse wahr werden zu lassen.
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